Links-Golf erklärt
Das englische Wort 'links' bedeutet im ursprünglichen schottischen Sprachgebrauch das Bindeglied zwischen dem fruchtbaren Agrarland im Landesinneren und dem Meer – ein schmaler Streifen sandiger, nährstoffarmer Erde, auf dem kaum etwas wächst außer hartem Gras, Heidekraut und gelegentlichem Ginster. Diese Beschaffenheit machte das Land für die Landwirtschaft wertlos, aber für Golf ideal. Die ersten Golfplätze entstanden auf genau dieser Art von Gelände an der schottischen Ostküste, und das Spielprinzip, das sich dort entwickelte, unterscheidet sich fundamental von dem, was die meisten modernen Golfer kennen.
Die Anatomie eines Links-Platzes
Echte Links-Plätze sind naturgemäß selten. Sie entstehen an der Küste, wo Sanddünen durch Jahrtausende von Meeresablagerungen und Windformierung charakteristische Hügel- und Muldenlandschaften geschaffen haben. Der Boden ist sandig und entwässert natürlich und schnell, was selbst nach Starkregen ein Bespielen erlaubt. Die Grasnarbe ist kurz, hart und fest – Bälle rollen nach dem Aufprall weit, manchmal sehr weit.
Wind ist auf einem Links-Platz keine Ausnahme, sondern das strukturierende Element des Designs. Die meisten großen Links-Plätze verlaufen so, dass der Wind abwechselnd mit, gegen und quer zum Spieler weht – was bedeutet, dass dieselbe Bahn je nach Windrichtung vollkommen unterschiedliche Anforderungen stellt. Auf dem Old Course in St Andrews zum Beispiel kann das Par-4-Loch 17, das Road Hole, bei starkem Gegenwind mit einem Driver und einem langen Eisen kaum erreichbar sein; bei Rückenwind schlägt ein langer Hitter den Ball möglicherweise mit einem Driver fast ans Grün.
Wie Links-Golf sich taktisch unterscheidet
Der entscheidende Unterschied zum Parkland-Golf liegt im Bodenspiel. Auf einem Parklandplatz werden Schläge aus der Luft auf weiche, üppige Grüns gespielt, die den Ball halten. Auf einem Links-Platz muss der Spieler lernen, mit dem Boden zu spielen: den Ball flach zu halten, damit ihn der Wind nicht erfasst, und ihn vor dem Grün aufzusetzen, damit er aufrollt. Ein Pitch-and-Run – ein halb niedrig, halb rollend gespieler Annäherungsschlag – ist auf einem Links-Platz oft effektiver als ein hochgezogener Wedge-Schuss.
Bunker auf Links-Plätzen haben eine besondere Qualität. Die sogenannten Pot Bunkers – kleine, kreisrunde, tiefe Sandgruben mit steilen Wänden – sind keine sanften Hindernisse, sondern echte Strafzonen, aus denen manchmal nur ein seitlicher Auschlag möglich ist. St Andrews hat 112 davon. Der berühmteste ist Hell Bunker auf Loch 14, der strategischen Position auf dem Fairway, die jeden mittelmäßig langen Schlag verschluckt.
Die großen Links der Welt
Schottland ist die Heimat der Links-Plätze par excellence. St Andrews Old Course (Fife) war nie von einem Architekten geplant – er ist das Resultat jahrhundertelanger natürlicher Evolution und gelegentlicher menschlicher Eingriffe. Old Tom Morris, der im 19. Jahrhundert als Greenkeeper in St Andrews arbeitete, prägte den Platz entscheidend. Royal Dornoch im hohen Norden der schottischen Highlands gilt unter Kennern als der reinste Links der Welt; Tom Watson, nach seinem Sieg beim British Open 1975, nannte Dornoch seinen Lieblingsplatz.
In Irland gehören Royal County Down (Newcastle, County Down) und Royal Portrush (County Antrim) zu den am häufigsten als weltbeste Links-Plätze genannten Anlagen. Royal County Down mit dem mächtigen Slieve Donard im Hintergrund und schmalen, gefährlich geformten Fairways wurde von mehreren Ranglisten zum besten Golfplatz der Welt gewählt. Ballybunion in County Kerry – ein Platz, den Tom Watson oft besuchte – und Lahinch in County Clare sind weitere irische Links mit unbedingtem Pflichtcharakter.
England hat mit Royal Birkdale, Royal St George's in Sandwich und Royal Lytham & St Annes gleich drei Open-Championship-Austragungsorte an Links-Küsten. Muirfield in East Lothian, Schottland, hat den Ruf des technisch kompromisslosesten Links der Open-Rota – kein Loch ähnelt dem vorherigen, die Struktur des Platzes vermeidet systematisch Wiederholungen.
Außerhalb der britischen Inseln gibt es echte Links-Plätze nur dort, wo die geologischen Bedingungen es erlauben. Barnbougle Dunes und Cape Wickham in Tasmanien, Australien, sind jüngere Kreationen (beide nach 2000 eröffnet), die dem Links-Charakter sehr nahekommen. Cabot Links und Cabot Cliffs in Nova Scotia, Kanada, wurden von Golf-Architekten bewusst als Links-Plätze in einer Küstenlandschaft angelegt.
Das richtige Mindset für Links-Golf
Wer zum ersten Mal auf einem echten Links-Platz spielt, erlebt eine Irritation: Alles, was auf einem Parklandplatz funktioniert, scheint hier verkehrt zu sein. Hohe Flugbahnen werden vom Wind weggepustet. Präzise ausgerichtete Annäherungsschläge landen auf hartem Boden und springen weit übers Grün. Putts von weit außerhalb des Grüns sind plötzlich kluge Entscheidungen.
Die Anpassung braucht Zeit. Aber wer beginnt, den Wind als Teil des Spiels zu akzeptieren statt als Feind, wer gelernt hat, mit flachen Schlägen zu spielen, und wer versteht, dass ein 150-Meter-Schlag mit einem 7-Eisen unter die Fahne manchmal genau so korrekt ist wie ein 150-Meter-Schlag mit einem Pitching Wedge – der entdeckt eine Tiefendimension des Golfspiels, die auf keinem Parklandplatz zugänglich ist.
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