Die 10 besten Golfplätze in Frankreich
Frankreich ist für Golf eine ernsthafte Reisedestination, die im deutschen Sprachraum noch immer unterschätzt wird. Das Land zählt über 700 Golfanlagen, verteilt von den Atlantikküsten der Bretagne und der Normandie bis zu den mediterranen Resorts der Côte d'Azur und den Waldlandschaften rund um Paris. Die Plätze reichen von bescheidenen 9-Loch-Anlagen in idyllischer Landschaft bis zu Meisterschaftskursen mit direktem Anschluss an den Ryder Cup. Das Klima ist günstig: Im Süden und an der Atlantikküste ist Golf von März bis November möglich, rund um Paris von April bis Oktober. Die Kombination aus Gastfreundschaft, Küche und Golfqualität macht eine Reise nach Frankreich für Golfspieler zu einem besonders befriedigenden Erlebnis.
1. Le Golf National, Guyancourt
Le Golf National ist Frankreichs wichtigste Golfstätte — und seit 2018 historisch: Hier fand der Ryder Cup statt, und Europa gewann mit 17,5:10,5 Punkten einen der deutlichsten Siege der jüngeren Geschichte. Das Layout, entworfen von Hubert Chesneau und Robert von Hagge, ist technisch anspruchsvoll und spektakulär zugleich. Die Albatros Course misst rund 6.900 Meter, Par 71; die Wassergefahren, die an mehreren Löchern das Spiel definieren, und das 18. Loch — ein langes Par-5 mit dem Schlusswasser unmittelbar vor dem Grün — sind durch TV-Bilder international bekannt. Der Platz ist öffentlich zugänglich, was für einen europäischen Meisterschaftsplatz dieser Kategorie außergewöhnlich ist. Greenfee liegt bei etwa 80–120 Euro.
2. Golf de Morfontaine, Morfontaine
Morfontaine ist Frankreichs intimstes Golfgeheimnis und eines der am wenigsten bekannten großen Plätze Europas — absichtlich so. Der Platz nordöstlich von Paris, entworfen von Tom Simpson in den 1920er Jahren auf sandigen Waldböden, ist eine natürliche Parkland-Heathland-Mischung von außergewöhnlicher Qualität. Die Fairways laufen durch alten Baumbestand, die Grüns sind schnell und gut konturiert, und die gesamte Anlage atmet die gleiche Zurückhaltung wie englische Privatclubs. Morfontaine ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich; Gastgolfer benötigen eine Einladung durch ein Mitglied. Für diejenigen, die Zugang bekommen, ist es ein unvergessliches Erlebnis.
3. Golf de Chantilly (Vineuil Course), Chantilly
Chantilly, nördlich von Paris im gleichnamigen Rennpferde-Ort gelegen, beherbergt zwei Plätze — Vineuil und Longères — von denen Vineuil als einer der fünf besten in Frankreich gilt. Tom Simpson und William Herbert Fowler entwarfen das Layout 1909; es gehört zu den ältesten noch in Originalform gespielten Plätzen des Landes. Die Kombination aus altem Baumbestand, sandigen Fairways und gut konturierten Grüns erinnert an die besten Heathland-Plätze Englands. Par 71, rund 6.600 Meter. Die Société Sportive du Golf International de Chantilly empfängt Gastgolfer an bestimmten Tagen.
4. Les Bordes, Saint-Laurent-Nouan
Les Bordes ist Frankreichs verstecktes Meisterstück — ein Robert-von-Hagge-Design aus dem Jahr 1987, das von Kritikern weltweit unter die 50 besten Plätze der Welt gelistet wurde. Das Layout liegt im Sologne-Wald südlich der Loire und nutzt den natürlichen Mischwald und mehrere Teiche für ein strategisch reiches, visuell beeindruckendes Parkland-Erlebnis. Par 72, über 6.400 Meter. Die Grüns sind für ihre Komplexität berühmt; mehrere Löcher verlangen taktische Entscheidungen von der Abschlagposition aus. Lange Zeit exklusiv privat, öffnete Les Bordes in den letzten Jahren für bestimmte Gastanfragen. Eine Reservierung gut im Voraus ist zwingend.
5. Terre Blanche Hôtel Spa Golf Resort, Tourrettes
Im Hinterland der Côte d'Azur, bei Fayence, liegt Terre Blanche — ein luxuriöses Golfresort mit zwei von Dave Thomas entworfenen Plätzen. Der Château Course und der Riou Course nutzen das hügelige Terrain der Provence mit malerischen Sichtlinien auf die Hügeldörfer. Der Château Course, Par 72 über rund 6.600 Meter, ist der anspruchsvollere; enge Fairways, tiefe Bunker und die teils starke Hanglagen verlangen sorgfältige Schlagauswahl. Das Resort-Hotel der höchsten Kategorie macht Terre Blanche zu einem idealen mehrtägigen Golfziel. Gastgolfer ohne Übernachtung sind nach Verfügbarkeit willkommen.
6. Golf de l'Anse, Martinique
Golf de l'Anse liegt nicht im französischen Mutterland, sondern auf Martinique — der Überseegebietsträger gehört zur EU und ist für Europäer ohne Visum zugänglich. Der Platz in der Nähe von Les Trois-Îlets ist der einzige 18-Loch-Platz der Insel und bietet tropisches Parkland-Golf mit Sichtlinien auf die Karibik. Par 71, rund 5.900 Meter. Der Platz ist nicht technisch anspruchslos — die Hänge der Montagne Pelée im Hintergrund erzeugen Winde, die die Clubwahl schwierig machen. Öffentlich zugänglich; ein Besuch lässt sich gut mit einem Martinique-Urlaub verbinden.
7. Golf Bordelais, Bordeaux
Der älteste Golfclub der Region und einer der ältesten Frankreichs überhaupt, gegründet 1900, liegt im städtischen Bordeaux in der Nähe der Weinberge der Médoc-Peripherie. Das Parklandlayout ist kompakt, aber qualitativ hochwertig: alte Platanen und Eichen rahmen die Fairways ein, die Grüns sind gut gepflegt und historisch geprägt. Par 70, rund 5.700 Meter. Für Weintouristen, die in der Region unterwegs sind, bietet sich eine Runde im Golf Bordelais als natürliche Ergänzung zum Châteaux-Besuch an. Gastgolfer sind willkommen; Voranmeldung empfohlen.
8. Golf Blue Green Bordeaux Lac, Bordeaux
Bordeaux Lac ist die öffentlichste und zugänglichste Golfanlage der Metropolregion — eine 18-Loch-Anlage direkt am gleichnamigen See nördlich des Stadtzentrums. Das Layout ist flach und wenig dramatisch, aber gut gepflegt und für Einsteiger sowie für Golftouristen, die keine Clubmitgliedschaft benötigen, ideal. Par 72, rund 6.000 Meter. Die Driving Range ist großzügig dimensioniert; das Clubhaus bietet simple Verpflegung. Für Kurztrips nach Bordeaux ist dies die praktischste Lösung.
9. Golf des Trois Collines, Nantes-Umgebung
Die Anlage bei Nantes liegt in der Pays-de-la-Loire-Region und gehört zu den gut geführten Regionalplätzen, die Frankreichs Golfbreitenentwicklung repräsentieren. Das Parklandlayout nutzt die sanften Hügel der Loire-Tiefebene für abwechslungsreiche Doglegs und gut getrennte Bahnen. Par 71, rund 5.900 Meter. Besonders die letzten sechs Löcher mit Sichtlinien auf das Flusstal sind stimmungsvoll. Der Club empfängt Gastgolfer ohne besondere Formalitäten; ein typischer gemeinschaftlicher französischer Golfclub.
10. Practice Golf de Saint-Grégoire, Rennes
Die Golfanlage bei Rennes dient in erster Linie als gut ausgestattetes Training- und Kurzspielcenter für die bretonische Hauptstadtregion. Die Driving Range, Kurzspielanlagen und ein 9-Loch-Kurs sind ganzjährig geöffnet und machen das Center zur ersten Adresse für Einsteiger und Touristen, die in Rennes unterwegs sind. Bretonisches Golf in dieser Form ist zugänglicher Natur; wer vollständige Runden sucht, fährt zu den 18-Loch-Anlagen der Region.
Praktische Hinweise
Frankreich ist von April bis Oktober für Golf hervorragend geeignet; Plätze im Süden und auf den Atlantikküsten bieten auch in der Nebensaison gute Bedingungen. Greenfees variieren erheblich: staatlich unterstützte Anlagen wie Le Golf National kosten rund 80 Euro, Luxusresorts wie Terre Blanche deutlich mehr. Für spontane Besuche sind Plätze der Blue-Green-Kette und ähnliche Resortgruppen mit zentralem Online-Buchungssystem ideal. Die interaktive Karte zeigt alle Golfanlagen Frankreichs nach Region und gibt einen Überblick über die Dichte des Angebots — besonders rund um Paris und die Atlantikküste beeindruckend.