Die 10 besten Golfplätze in Argentinien
Argentinien ist Südamerikas bedeutendste Golfnation. Während Europa und Nordamerika die Architekturgeschichte dominierten, entwickelten sich in Buenos Aires und den Provinzen Plätze von internationalem Niveau — getragen von einer leidenschaftlichen Golfkultur, die tief in den gehobenen Clubs der Hauptstadt verwurzelt ist. Das Land hat Weltklassespieler hervorgebracht, darunter Roberto De Vicenzo, dessen Karriere Jahrzehnte umspannte und der 1967 The Open Championship gewann. Die Plätze spiegeln die geografische Vielfalt des Landes wider: Parklandanlagen im feuchten Pampa-Klima rund um Buenos Aires, alpine Kurse in der Andennähe und Resortanlagen im Patagonien.
1. Jockey Club, Buenos Aires
Der Jockey Club in San Isidro nordwestlich von Buenos Aires beherbergt zwei Championshipkurse, wobei der Red Course als eines der großartigsten Parkland-Layouts Südamerikas gilt. Entworfen vom amerikanischen Architekten Alister MacKenzie — derselbe Mann hinter Augusta National und Royal Melbourne — wurde er 1935 eröffnet. Die großen, geschwungenen Grüns tragen MacKenzies charakteristische Handschrift. Der Club hat mehrere Südamerika-Opens ausgetragen und ist der historische Mittelpunkt des argentinischen Profigolfs. Die Mitgliedschaft ist exklusiv, jedoch gibt es Möglichkeiten für Gäste, bei Voranmeldung zu spielen. Saison ganzjährig.
2. Olivos Golf Club, Buenos Aires
Olivos liegt ebenfalls in der Nordzone von Buenos Aires und gehört zu den renommiertesten Privatclubs des Landes. Der Parklandkurs ist bekannt für seinen tadellosen Zustand und seine strategisch platzierten Hindernisse. Die engen Fairways verlangen Präzision, die tiefen Bunker fordern technisches Short Game. Olivos hat mehrfach die Argentine Open ausgetragen und ist Stammsitz einiger der besten argentinischen Profi- und Amateurspieler. Gäste können nur in Begleitung eines Mitglieds spielen. Grüngeld liegt im oberen Segment für argentinische Verhältnisse.
3. Chapelco Golf Resort, San Martín de los Andes
In Patagonien, rund 1.600 Meter über dem Meeresspiegel und eingebettet in die Andenlandschaft nahe San Martín de los Andes, liegt Chapelco — Argentiniens dramatischste Golfanlage. Der Kurs wurde von Jack Nicklaus Design entworfen und bietet Blicke auf den Lanín-Vulkan sowie über native Wälder. Breite Fairways mit gut platzierten Hindernissen machen den Kurs spielerfreundlich, ohne anspruchslos zu sein. Als Teil des Chapelco-Resorts ist er öffentlich zugänglich, das Grüngeld ist für Südamerika vergleichsweise hoch. Spielsaison November bis April.
4. Los Canales de Plottier, Nicklaus Design, Neuquén
Ein weiteres Projekt aus dem Hause Jack Nicklaus Design, Los Canales liegt in der Provinz Neuquén in der Weinregion Patagoniens. Der Kurs schlängelt sich durch Kanäle und Pappelreihen in einer Fluss-Oasenlandschaft — ein völlig anderes visuelles Erlebnis als die Andenplätze. Wasserhindernissel spielen auf zahlreichen Bahnen eine wesentliche Rolle. Der Kurs ist Teil einer Residentialanlage und bietet Gastspieloptionen. Saison ganzjährig, optimal Oktober bis April.
5. Acacias Country Club, Buenos Aires
Acacias gehört zu den besser gepflegten Privatclubs in der Provinz Buenos Aires und ist bekannt für seine üppige Baumvegetation — mächtige Acacias-Bäume säumen viele Fairways und schaffen eine parkähnliche Atmosphäre. Der Kurs ist anspruchsvoll für mittlere Handicapper und erfordert taktisches Denken. Als Privatclub ist der Zugang für Gäste eingeschränkt; Empfehlungen von Mitgliedern sind nötig. Der Club ist gut ausgestattet und hat eine aktive Turnierkultur.
6. Golf Club La Cumbre, Córdoba
Hoch in den Sierras Chicas von Córdoba gelegen, bietet La Cumbre eine der ungewöhnlichsten Golflandschaften Argentiniens. Der Bergplatz liegt auf rund 1.200 Metern Höhe, was Schläge merklich weiter tragen lässt als auf Meeresniveau. Die Fairways folgen dem welligen Gelände, und einige Bahnen bieten spektakuläre Panoramaaussichten auf die Cordobeser Berglandschaft. Der Club hat einen offenen Charakter und nimmt Gäste gerne auf. Saison ganzjährig, Sommer (Dezember–Februar) am beliebtesten.
7. Club de Golf Palihue, Bahía Blanca
Palihue liegt in Bahía Blanca im Süden der Provinz Buenos Aires und ist einer der ältesten Clubs des Landes — gegründet 1913. Die Anlage hat einen charakteristischen argentinischen Parklandcharakter mit breiten Fairways und historischem Clubhaus. In der Region ein zentraler Golfpunkt, ist Palihue auch für Turniere der regionalen Szene bekannt. Gastspiele sind nach Voranmeldung möglich. Die Grüns sind gut gepflegt und die Atmosphäre herzlich und traditionsverbunden.
8. Córdoba Golf Club
Der Córdoba Golf Club in der zweitgrößten Stadt Argentiniens ist eine der ältesten permanenten Golfanlagen des Landes und hat die Entwicklung des Sports in Zentralargentinien maßgeblich geprägt. Der Parklandkurs liegt inmitten der Stadt und bietet trotzdem eine ruhige Umgebung. Bahnen mit engen Fairways und gut platzierten Bäumen testen die Präzision. Der Club ist sozial aktiv und für Besucher über Mitgliedsempfehlung zugänglich.
9. Hotel Risco Plateado Golf, Malargüe
In der Weingegend Malargüe im südlichen Mendoza gelegen, kombiniert Risco Plateado Resort Skifahren im Winter und Golf im Sommer auf beeindruckende Weise. Der Golfkurs liegt auf Hochplateauhöhe und bietet Blicke auf die schneebedeckten Andenkette. Die trockene Hochgebirgsluft und die Höhe verändern das Spielgefühl merklich. Als Resortanlage ist er für Gäste zugänglich, optimal in den Sommermonaten Dezember bis März.
10. Pihue Golf Club, Pigüé
Pihue liegt in der Pampas-Kleinstadt Pigüé in der Provinz Buenos Aires und ist einer der bescheidenen, aber typischen argentinischen Landclubs, die das Golf in der Breite tragen. Der Kurs bietet offene, windbeeinflusste Bahnen in klassischer Pampa-Atmosphäre — ein ganz anderes Erlebnis als die Stadtclubs. Die Herzlichkeit und Zugänglichkeit des Clubs kompensieren das Fehlen von Tourismusinfrastruktur. Für Golfreisende, die authentisches argentinisches Vereinsgolf jenseits von Buenos Aires erleben wollen, ist Pihue ein lohnenswerter Abstecher.
Die argentinische Golfsaison ist praktisch ganzjährig, wobei die heißen Sommermonate Dezember bis Februar in Buenos Aires anstrengend sein können. Das Frühjahr (September–November) und der Herbst (März–Mai) bieten optimale Bedingungen. Grüngeldpreise liegen deutlich unter europäischen oder nordamerikanischen Vergleichsplätzen, was Argentinien für Golfreisende attraktiv macht. Vorausbuchung ist bei privaten Clubs unerlässlich, Resort- und Öffentlichkeitskurse wie Chapelco sind ohne weiteres buchbar. Alle argentinischen Plätze und viele weitere finden Sie auf der interaktiven Karte.